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Panamakanal Kreuzfahrten

Im Schritttempo nähert sich unser Kreuzfahrtschiff der Einfahrt zum Panamakanal. Leise schlagen die Wellen an die Bordwand, als das Lotsenboot längsseits kommt. Die beiden Lotsen übernehmen jetzt für die Dauer der Panamakanal Passage das Kommando über das Kreuzfahrtschiff. Ein riesiger Neonpfeil zeigt uns an, in welche Schleusenkammer wir fahren müssen. Mit eigener Kraft manövriert sich das riesige Kreuzfahrtschiff in die Kammer. Dicke Trossen verbinden es mit den kleinen Lokomotiven (Mulis genannt), die links und rechts der Schleusenkammer fahren. Häufig sind die Kreuzfahrtschiffe so groß, dass auf beiden Seiten nur noch wenige Zentimeter Spielraum bleibt. Die Mulis am Panamakanal sorgen dafür, dass weder das Kreuzfahrtschiff noch die Schleusen beschädigt werden.

An Deck ist kein Platz mehr frei. Jeder will dabei sein, wenn sich die riesigen Tore öffnen und das Kreuzfahrtschiff in 3 Etappen auf 26 Meter Höhe über Normalnull geschleust wird. Unmerklich schießen Millionen Liter Wasser in die Schleusenkammer. Im Zeitlupentempo steigt unser Kreuzfahrtschiff höher. Es scheint, dass wir hoch über der Stadt Colon schweben.

Von den Lotsen wird äußerste Konzentration verlangt. Die riesigen Kreuzfahrtschiffe sind für das offene Meer gebaut und verhalten sich im schmalen Panamakanal anders als kleine Schiffe. Etwa acht Stunden dauert die Fahrt durch den Panamakanal – hoffentlich ohne Dellen. Aber seit der Eröffnung des Panamakanals ist es noch nie zu einem Unfall gekommen. Damit es so bleibt, durchlaufen die Lotsen eine 8-jährige Ausbildung, und werden ständig mit Computersimulationen weitergeschult.

Das letzte Schleusentor hat sich geöffnet und vor uns liegt der riesige Gatunsee. Das Ufer ist mit dichtem Dschungel bewachsen. Aber zwischen all dem Grün sieht man immer wieder blühende Bäume und viele Tiere. Als der Gatunsee geflutet wurde, retteten sich die Tiere auf die sich bildenden Inseln. Heute kann man Touren in diese geschützten Reservate unternehmen. Mit etwas Glück begegnet man Nasenbären, Ameisenbären und dem Ozelot. Nicht zu überhören sind die Brüllaffen. Immer wieder überfliegen Schwärme von Papageien das Kreuzfahrtschiff. Am nahen Ufer stehen Reiher im seichten Uferwasser und warten auf Beute. Auf einer Boje sitzt ein Tukan, dessen breiter Schnabel aussieht, als hätte er ihn in verschiedene Farbeimer getaucht.

Ganz nah rücken die Felsen des Gaillard Cut an unser Kreuzfahrtschiff. Viel Platz bleibt hier wirklich nicht. Das ist auch die Stelle, die beim Bau des Panamakanals die meisten Schwierigkeiten machte, da immer wieder Felsen und Schiefer nachrutschten. Hier fällt auch auf, dass der Panamakanal die kontinentale Wasserscheide wie ein Graben durchtrennt.

In der Schleuse von Pedro Miguel liegt in der Nachbarkammer ein Containerschiff. Vom Wasser in der Schleuse ist nichts mehr zu sehen. Noch ein paar Zentimeter breiter und es könnte nicht mehr die Schleuse durchfahren. Es ist geplant den Panamakanal zu verbreitern, damit auch größere Schiffe an Schmalstellen einander passieren können. Auf beiden Seiten des Panama Kanals sieht man die von den Amerikanern an Panama zurückgegebenen Gebäude. Diese früheren Militäreinrichtungen und Wohnsiedlungen wandelt der Staat Panama in Hotels und Freizeiteinrichtungen um.

In der gigantischen Miraflores Schleusenanlage geht es die letzten Meter hinunter. Waren die Schleusentore schon groß, hier sind sie riesig. Wegen des starken Unterschieds zwischen Ebbe und Flut an der Pazifikseite, sind es die größten Tore der gesamten Kanalanlage. In der Ferne sieht man bereits den Bogen der Puente de las Americas, die das Ende dieser äußerst interessanten Kanalfahrt durch den Panamakanal ankündigt. Dann erreichen wir den Pazifik.